Alle privaten Rentenversicherungen, auch Basisrenten-, Riester- und Rürup-Verträge, ähneln vom Konzept Kapitallebensversicherungen, allerdings unter Ausschluss des biometrischen Sterbefallrisikos.

Auch Rentenversicherungen haben aufgrund ihrer organisatorischen Struktur relativ hohe Kosten. Diese liegen zwischen 20 % und 30 %. Somit gehen nach diesem Beispiel aus einem monatlichen Brutto-Beitrag von 100,00 €uro nur höchstens 80,00 €uro in die Kapitalrücklage.

Bei der durch Versicherungen üblichen geringen Verzinsung ( immer nur auf den niedrigeren Nettobetrag ) braucht man mehr als 20 Jahre um auf den gleichen Betrag für den Kapitalstock zu kommen wie brutto eingezahlt wurde.

Wenn eine Rentenversicherung zum Ende der Beitragszahlungsdauer dann keine Einmalauszahlung ermöglicht, sondern vertraglich nur eine monatliche Rentenzahlung vorgesehen ist, wird die als Altersvorsorge geplante Geldanlage für die Versicherten noch schlechter.

Vom Grundsatz stellen sie den Versicherungen über 15 bis 30 oder mehr Jahre gegen eine geringe Verzinsung ihr Kapital zur Verfügung. Unter rein finanzmathematischer Betrachtung ist es bei der heutigen Verzinsung unmöglich, dass die Versicherten mit dieser Art der Altersvorsorge einen Gewinn erzielen.

Wenn man dann noch die Auswirkungen der Inflation auf den Geldwert für 3 bis 4 Jahrzehnte in die Rechnung einbezieht, wird das Minus für die Versicherten nochmals erheblich grösser.

Wir finden es sehr fragwürdig, dass solch unrentable, die Versicherten benachteiligende Produkte unerfahrenen Versicherungsnehmern zum Vermögensaufbau angeboten werden. Eine einfache Gegenüberstellung von eingezahlten und zum Rentenbeginn bzw. über die Laufzeit der Rente ausgezahlten Beträgen würde schon den Abschluss vieler schlechter Verträge und damit Kapitalverlust vermeiden.

Um den eingebrochenen Verkauf von rein kapitalbasierten Rentenversicherungen mit schlechter Rendite auszugleichen, werden von den Versicherungen jetzt fast nur noch Fondsgebundene Rentenversicherungen angeboten. Hiermit sind die Versicherten nicht bessergestellt. Im Herbst 2020 hat die neue Studie „Fondspolicen-Report 2020“ ein ernüchterndes Ergebnis gebracht. Nur 60 % der untersuchten Tarife erfüllen weitgehend die Kundenanforderungen. 40 %, also mehr als ein Drittel, der angebotenen Fondsgebundenen Rentenversicherungen entsprechen demnach nicht den Kundenwünschen – und sie werden trotzdem angeboten und verkauft.

Zusätzlich sollten sich alle Versicherten bewusst machen, dass im Gegensatz zu Investmentfonds, bei denen das eingezahlte Geld Sondervermögen darstellt und im Insolvenzfall ausgesondert wird, das in eine Fondsgebundene Lebens- oder Rentenversicherung eingezahlte Kapital mit Übergang in das Vermögen der Versicherungsgesellschaft kein separierfähiges Sondervermögen ist. Unseres Auffassung ist dies ein beachtenswerter Nachteil für die Versicherten, da das Kapital nicht mehr im eigenen Zugriff ist, sondern nur ein bedingter Anspruch gegen die Versicherungsgesellschaft besteht.

Wenn Versicherte aufmerksam werden und merken, dass sich die Werte ihrer Rentenversicherung jedes Jahr verringern, versuchen sie oftmals weitere Reduzierungen der Ablaufwerte durch eine Beitragsfreistellung zu vermeiden. Eine solche Maßnahme zeigt nicht die erhoffte Wirkung. Die Kosten des Vertrages laufen weiter und sind üblicherweise höher als die Erträge. Man spart zwar weitere Einzahlungen, der Wert der Einlage reduziert sich aber weiterhin.

Weitere sehr aufschlussreiche Informationen und Berechnungen über staatliche und private Rentenversicherungen finden sie auch unter – Altersvorsorge – Rentenversicherungen.

Nach den uns bisher vorgelegten Unterlagen haben wir immer wieder festgestellt, dass private Rentenversicherungen, dazu gehören auch solche Formen wie Riester-, Rürup- und Basisrentenversicherungen, keine genügende Ertragsstärke für eine angemessene und vor allem ausreichende finanzielle Altersvorsorge bieten.

Herabsetzung von Leistungen und Zahlungsverbot

Fast kein Versicherter kennt bei Abschluss einer Versicherung seine vollständigen Rechte und Pflichte. Die Versicherungsvertreter „ vergessen „ diese Aufklärung.

Wenn ein Versicherungsunternehmen nicht mehr in der Lage ist seine Leistungen, gleichgültig für welche Art von Versicherung, zu erfüllen, darf die Aufsichtsbehörde nach § 314 VAG ( Versicherungsaufsichtsgesetz ) veranlassen, dass die Versicherung ihre Leistungen gegenüber den Versicherten herabsetzt oder sogar vollständig einstellt. Diese Maßnahmen entbinden die Versicherungsnehmer jedoch nicht ihre vertraglich vereinbarten monatlichen Zahlungen in voller Höhe weiter zu leisten.

Absenkungen von zugesagten Zahlungen, auch bereits laufender Rentenauszahlungen, hat es bereits in mehreren Fällen gegeben. So bereiten auch namhafte deutsche Gesellschaften derartige Anpassungen vor. Allein in diesen Fällen ist zu erwarten, dass rund 750.000 Verträge von der Maßnahme betroffen.

Einfach gesagt : Die Auszahlungen an Versicherte können teilweise oder vollständig reduziert werden. Die Versicherten müssen ihre Beiträge aber weiterhin in voller Höhe zahlen.

Haben Sie eine Lebens- oder Rentenversicherung deren Effizienz unbefriedigend scheint?

Nehmen Sie Kontakt mit uns auf und wir bemühen uns aus Ihrem Vertrag mehr herauszuholen.